Verein zur Förderung agrar- und stadtökologischer Projekte e. V. – A.S.P.


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Geschäftsführer: Dr. rer. agr. Stefan Köhler

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Geförderte Projekte: 11


Herstellung eines nativen Spezialtensids (TiNasid) zur Anwendung bei der Bodendekontamination und als „grünes„ Dispersionsmittel bei der Gewässersanierung


Prototyp eines Produktbeispiels im Reinigungsmittelbereich
Prototyp eines Produktbeispiels im Reinigungsmittelbereich

Projektidee

Das Ziel des Vorhabens bestand darin, ein innovatives Tensidsystem auf Basis natürlicher Rohstoffe von einem oder mehreren Tensiden (Kombination) aus tierischen Nebenprodukten herzustellen, die bei dem Einsatz in mineralölkontaminierten (MKW) Böden und Gewässern zur Beschleunigung des mikrobiologischen Abbaus und zur Erhöhung des Abbaugrades führen. Hierzu sollten auf der Basis von in Tiermehl enthaltenen Fettsäuren, Peptiden und Aminosäuren Tenside hergestellt werden. Gleichzeitig war zu prüfen, ob ein konkurrenzfähiges Produkt für den Einsatz bei der mikrobiologischen Bodensanierung bzw. ein Dispersionsmittel für ölhavarien auf den Meeren bereitgestellt werden kann. Die Tenside auf Basis natürlicher Rohstoffe müssen diverse Eigenschaften besitzen wie gute Löslichkeit sowie eine schnelle und vollständige Abbaubarkeit. Darüber hinaus dürfen sie keine toxischen Eigenschaften aufweisen. Durch die Nutzung angepasster biogener Ausgangskomponenten können die Tenside bei deren Zersetzung zusätzlich als Nährstoffquelle für die MKW abbauenden Mikroorganismen dienen. Zusammenfassend waren die Ziele des Projektes:

  1. ein Produkt – ein Tensid auf Basis natürlicher Rohstoffe (TiNasid – Tierisches Natives Tensid),
  2. ein optimales Verfahren zur Herstellung des Produktes und
  3. Empfehlungen zur optimalen Anwendung des Produktes in der Praxis.

Kundennutzen

Die Ziele des Projektes konnten ohne Abstriche erreicht werden. Ein optimiertes Herstellungsverfahren für die angestrebten Tenside aus tierischen Ausgangsrohstoffen wurde entwickelt. Das Verfahren zur Herstellung funktioniert im Labormaßstab, ließ sich im Rahmen des Projektes in einem größeren Herstellungsverfahren verifizieren und in der Projektierung auf einen angemessenen Produktionsmaßstab übertragen. Es konnte gezeigt werden, dass dieser großtechnische Maßstab dafür geeignet ist, mit Vergleichsprodukten auf dem Markt zu konkurrieren.

Das entwickelte Produkt – TiNasid – hat in allen seinen getesteten Eigenschaften sehr gute Ergebnisse erzielen können. Hierzu zählen die allgemeinen Anforderungen an ein Tensid: die Oberflächenspannung, die Grenzflächenspannung, die Waschaktivität, die Emulsionseigenschaften, die biologische Abbaubarkeit und die Toxizität.

Auch die speziellen Eigenschaften für den ursprünglich geplanten Einsatz zur Boden- und Gewässersanierung sind als sehr gut zu charakterisieren. Es konnte gezeigt werden, dass TiNasid den Abbau von Mineralöl- und Dieselkontaminationen im Boden besser fördern kann als Vergleichsprodukte. Die guten Projektergebnisse wurden im Rahmen einer Gebrauchsmusteranmeldung vom Antragssteller geschützt. Hierbei umfasst der Schutz das Herstellungsverfahren, die Produktzusammensetzung bzw. die Produkteigenschaften und den Produktnamen (TiNasid).

Ausblick

Die Aktivitäten in Richtung Produktvermarktung richten sich weiter auf den Bereich der Bodensanierung. Hierzu werden Partner gesucht, um das Produkt bei einem konkreten Sanierungsfall in einem größeren Maßstab in der Praxis zu testen.

Nach erfolgreichem Großeinsatz im Bereich der Bodensanierung und nach weiterer Produktoptimierung ist ein Einsatz für weitere Anwendungsgebiete (z. B. der Tankreinigung) vorgesehen. Grundsätzlich ist das entwickelte Tensid für alle klassischen Tensidanwendungen einsetzbar.

Stand: 17.02.2014
Projektdaten aktualisiert: 02.12.2013

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