Papiertechnische Stiftung, Institut für Zellstoff und Papier – PTS


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Geförderte Projekte: 35


Neue analytische Möglichkeiten der Altersbestimmung bei Papier zur Erkennung von Fälschungen


Schematische Darstellung des Einsatzes möglicher Methoden zur Erkennung von Fälschungen
Schematische Darstellung des Einsatzes möglicher Methoden zur Erkennung von Fälschungen

Projektidee

Ziel des Forschungsprojekts war die Entwicklung einer umfassenden Methodik der Altersbestimmung bei Papier zur Erkennung von Fälschungen. Neben der Altersbestimmung an historischen Dokumenten und Kunstwerken sollen ebenfalls Plagiate aktueller Papierproduktionen über schnelle Strukturvergleiche erkannt werden. Das Ziel wird durch folgende Teilziele erreicht:

  • Entwicklung einer mobilen Bildgewinnung für eine schnelle Vorortanalyse bei Verdacht auf Fälschung
  • Erarbeitung einer Methode zur Altersbestimmung von Papieren durch spektroskopische Verfahren
  • Erarbeitung einer Methode zur Umsetzung eines mittels AMS gemessenen 14C-Alters von Papier in tatsächliche Herstellungszeiträume
Mit den Methoden wird den Nutzern die Möglichkeit eines modularen Einsatzes der Methoden in Abhängigkeit der Fragestellung, überprüfung datierter Papiere bzw. schnelle Erkennung von Plagiaten gegeben. Mit der wissenschaftlichen Angabe zu Herstellern und Herstellungszeiträumen von fraglichen Papieren können derartige Untersuchungen künftig objektiviert werden und deutlich höhere Sicherheit geben.

Kundennutzen

Die neue komplexe Methode zielt auf die Nutzung in folgenden Bereichen:

  • Unterstützung der Ermittlungsarbeit der Landeskriminalämtern im Bereich Kunstdelikte und historische Dokumente.
  • überprüfung der Echtheit von Papierdokumenten wie beispielsweise Rezepte, Krankenscheine, Berechtigungsscheine für diverse finanzielle Leistungen verschiedener Behörden, Zollformulare, Testamente, Lotteriescheine u. ä.
  • Unterstützung der 15. Arzneimittelgesetz-Novelle in Bezug auf Arzneimittelsicherheit, durch die Möglichkeit des Identifizierens falscher Beipackzettel und Schutz des Endkunden vor unkontrollierten Generika.
  • Sicherung der Absatzmärkte für Papierfabriken, die insbesondere in die Verpackung von Markenartikeln liefern. Durch den sehr hohen Zustrom von Plagiaten, insbesondere im Pharmabereich und bei hochwertigen Kosmetika, verlieren Hersteller von Papieren und Kartonen im Verpackungs- und Druckbereich Marktpositionen, die insbesondere unter dem Aspekt der geringen Wachstumspotenziale dieser Branche standortsichernd sein können. In den neuen Bundesländern arbeiten sowohl im Bereich der Druckereien aber auch im Pharmabereich eine Reihe von kleinen und mittleren Unternehmen. Die Projektergebnisse sollen einen Beitrag zur Festigung bzw. zum Ausbau deren Marktanteile leisten.    

Ausblick

Die wirtschaftliche Verwertung erfolgt als Dienstleistungen für Behörden, staatliche Einrichtungen, Papier- und Kartonhersteller, Druckereien, Firmen wie Arzneimittel- bzw. Kosmetikhersteller und Endabnehmer.
Für Papierfabriken, Druckereien und Endkunden sind die möglichen Einbußen durch den Verlust von Marktpositionen bei Verbreitung von Papierplagiaten sehr hoch. Neben Umsatzeinbußen stehen hierbei insbesondere Arbeitsplatzsicherungen im Fokus. Unabhängig davon können durch gezielte Nutzung der Erkenntnisse Papiere für den Bereich Dokumente / Druckerzeugnisse mit Sicherheitsmerkmalen bzw. Strukturen gefertigt werden, die später nachweisbar sind und damit Herstellern zugeordnet werden können.
Eine grobe Abschätzung auf Basis des aktuellen Verwertungskonzepts der Projektergebnisse bei der Forschungsstelle und bei Drittunternehmen lässt mögliche jährliche Umsätze von 1,3 Mio. Euro erwarten.

Stand: 06.10.2015
Projektdaten aktualisiert: 31.10.2014

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