Gesellschaft zur Förderung angewandter Informatik e. V. – GFaI


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Geförderte Projekte: 39


Dialogbasiertes Verfahren zur Erfassung der Körpermaße für indivuelle Jeans- und Hosenanfertigung


3D-Maßerfassung für Hosen und Jeans / Meßgürtel
3D-Maßerfassung für Hosen und Jeans / Meßgürtel

Projektidee

Das Vorhaben zielte auf die funktionale Erweiterung und Diversifizierung des optischen Körpermeßsystems BodyFit 3D für die Erfassung von Geometriedaten und die Ableitung von Parametern für eine individuelle Hosen- und Jeansfertigung (mass customization). Die vollautomatische Kabinenlösung BodyFit 3D zur Erfassung von Konstruktionsparametern für die Bekleidungskonstruktion war von der GFaI zusammen mit ostdeutschen Unternehmen des Klein- und Mittelstandes entwickelt worden. Gegenstand des Vorhabens war speziell die Schaffung einer funktional erweiterten Lösung von BodyFit 3D Meßkabinen, die bestehende Limitierungen hinsichtlich Meßbereich und Parametrisierung für Hosen- und Jeansfertigung überwinden und Erweiterungen zu

  • Meßablauf,
  • lokaler 3D-Flächenmessung,
  • Modularität und Assemblierung für Anwender durch Optionsauswahl,
  • spezielle Meßoptionen für die Modellierung von individuellen Ganzkörpermodellen

bieten soll. Damit wird das Meßverfahren und die Systemlösung hinsichtlich des Nutzerspektrums aufwertet und Vermarktungsmöglichkeiten werden erweitert. Als besonderes Element der Weiterentwicklung ist dabei die Integration eines Meßgürtels zur optischen Erfassung individueller Tragegewohnheiten in den Meßablauf zu werten.

Kundennutzen

Meßkabinen des Typs BodyFit 3D sind für den weitgehend automatischen Einsatz an der Schnittstelle Einzelhandel-Kunde-Produzent von Bekleidung, insbesondere industriell gefertigter Maßbekleidung
konzipiert. Der Einkäufer von Bekleidung erhält die Möglichkeit, seine aktuellen Körpermaße selbstständig und ohne Kontakt mit einem „Vermesser„ digital zu erfassen und mit diesen Daten Bestellungen
vorzunehmen.

Die Meßdaten können vom Produzenten für eine individuelle Schnittkonstruktion bzw. -modifizierung oder auch für die Auswahl von Schnitteilen aus einem „Baukastensystem„ genutzt werden. Der Vorteil
gegenüber Hand- bzw. Selbstvermessung besteht in der Objektivität der Meßdaten, die stets nach den gleichen Regeln erfaßt werden und sofort digital übertragen werden können. Eine Ausnahme bildet der jetzt zusätzlich integrierte Meßgürtel, mit dem optional auch subjektive Aspekte (Tragegewohnheiten, Vorlieben, insbesondere bei Hosen) mit erfaßt werden können.

Für die Handelspartner wird mit neuen Zusatzoptionen ein schnelles und individualisiertes Pick-Up von Konfektionsware (entsprechend Größentabellen verschiedener Hersteller) ermöglicht, abgesehen von den marketingtechnischen Aspekten der Meßlösung. Für den Versand- und Internethandel bietet sich die Möglichkeit, den Umfang von Rücksendungen wegen Paßformproblemen signifikant zu verringern. Die erweiterte Funktionalität und Modularität des Systems bietet die Möglichkeit, einfacher verschiedene Konfigurationen und gerätetechnische Realisierungen des Systems anzubieten, beispielsweise auch speziell für den Hosen- und Jeansbereich.

Im Vergleich zu anderen Meßlösungen zeichnet sich BodyFit 3D durch den hohen Grad an Automatisierung und Ergonomie der Meßprozedur aus, was zu einer hohen Akzeptanz bei Kunden aller Altersgruppen führte. Ein technischer Vorteil ist die selektive Erfassung von Körperparametern bei sehr kurzen Einzelmeßzeiten (in mehreren Meßpositionen werden parallel vorselektierte Körperregionen mit Einzelaufnahmen vermessen, die jeweils nur Bruchteile von Sekunden in Anspruch nehmen).

Ausblick

Gegenwärtig existieren bei Partnerfirmen drei Bauvarianten von BodyFit 3D, darunter eine mobile Kabine auf Rädern. Mit den Ergebnissen des Vorhabens sind weitere Modifikationen und Varianten und ein breiteres Einsatzspektrum möglich. Der Vermarktungserfolg für die Lösung ist an die Zusammenarbeit mit Unternehmen der Bekleidungsbranche (Produzenten und Handel) gebunden, wobei die GFaI sich als
Lizenzgeber für die Meß- und Dialogsoftware versteht. Angestrebt wird die Kooperation mit weiteren mittelständischen Betrieben, insbesondere jedoch auch mit einem der vertikal strukturierten Handelsunternehmen bzw. einem Versandhaus.

Die im Rahmen des Vorhabens gewonnenen Erkenntnisse nd Algorithmen werden auch beim Bearbeiter weiter genutzt. Die statische und dynamische Modellierung des individuellen menschlichen Körpers anhand realer Meßdaten steht hier auch für weiterführende Projekten und andere Anwendungen -im medizinischen, orthopädischen Bereich sowie für ergonomieorientierte Applikationen und Softwareentwicklungen -weiter im Fokus.

Stand: 14.06.2011
Projektdaten aktualisiert: 06.12.2010

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