Sächsisches Textilforschungsinstitut e. V. – STFI


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Geförderte Projekte: 61


Abriebfestes Funktionstextil


Funktionsmuster nach Scheuerprüfung (Martindale) in Anlehnung an die DIN EN 388
Funktionsmuster nach Scheuerprüfung (Martindale) in Anlehnung an die DIN EN 388

Projektidee

Im Skisport sind Hardboot-Carven und Freeriden seit einigen Jahren beliebte Trendsportarten. Durch die extremen Kurvenlagen und die hohen Geschwindigkeiten ist die Hightech-Snowboardkleidung beim Be-treiben dieses Sportes vor insbesondere an den Innenflächen der Handschuhe, den ärmeln und den Sei-ten- und Hüftpartien sehr hohen Belastungen ausgesetzt, die bereits nach 10 bis 30 Skitagen zu Lochbil-dungen führen können. Die Sportler behelfen sich derzeit damit, dass sie die Handschuhe mit handelsübli-chen Abdichtmaterialien aus der Bauindustrie bestreichen oder mit Klebebändern tapen. Auf diese Weise kann die Haltbarkeit der Kleidung jedoch nur unwesentlich verlängert werden.

Ziel des Forschungsvorhabens war die Entwicklung eines innovativen beschichteten Funktionstextils, das einen wirksamen Schutz gegen extreme mechanische Beanspruchung bietet. Als Faserstoffe und Faser-stoffmischungen wurden solche Materialien favorisiert, die gegenwärtig in den Segmenten der Berufs- und Schutzkleidung Anwendung finden. Die Funktionalisierung erfolgte durch Direktstreichbeschichtung auf Basis wässriger PUR-Compounds, in welche diverse Additive zur Steigerung der Abriebbeständigkeit ein-gearbeitet wurden.

Kundennutzen

Das neuentwickelte Funktionstextilmaterial basiert auf einem hochfesten, beschichteten Gewebe mit einer ausgezeichneten Abriebbeständigkeit, welche in Anlehung an die DIN EN 388 der höchsten Leistungsstufe für Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken entspricht. Vorteil des Textilmaterials gegenüber am Markt befindlichen Produkten, bei denen nach 2000 Scheuertouren mit dem Martindale-Scheuerprüfgerät Lochbildung auftrat, ist die mit über 8000 Scheuertouren deutlich bessere Scheuerbeständigkeit. Durch Prüfungen des Abriebverhaltens unter Einwirkung definierter Flächenpressung und Geschwindigkeit in Rutschsimulationstests auf einem Prüfstand des Fachgebietes Fahrzeugtechnik der TU Darmstatd konnte zudem die prinzipielle Eignung des Materials für textile Motorradfahrerbekleidung nachgewiesen werden.
Mit dem Projektergebnis wurden Voraussetzungen geschaffen, um zukünftig hochwertige Funktionsklei-dung mit wirksamem Schutz gegen extreme mechanische Beanspruchung am Markt platzieren zu können.

Ausblick

Die im Vorhaben entwickelten abriebfesten Funktionstextilien entsprechen dem aktuellen Bedarf nach spezieller Funktions- und Schutzkleidung für die folgenden Marktsegmente:

  • Funktionsbekleidung (Teile von Jacken, Hosen von Handschuhen) in den Bereichen Alpiner Ext-rem-Skisport, Motorradsport, Bergsteigen/Klettern
  • Arbeitsschutzkleidung (Schutzelemente im Bein-, Knie- bzw. Handbereich) für verschiedene Berufsgruppen, z. B. Fliesenleger, Estrichleger, Gebäude- und Fassadenreiniger, Gärtner, Straßen-bauer, Raumausstatter, Dachdecker, Industriekletterer, Bergmänner
Für die Produzenten von Schutztextilien und -kleidung ergeben sich durch das Forschungsprojekt neue Einsatzgebiete und Märkte, die zur Umsatzsteigerung beitragen.
Für den Markteinstieg wird zunächst mit einer Marktgröße von ca. 45000 m2/Jahr gerechnet, wobei einge-schätzt wird, dass ca. 25 % des Produktionsvolumens im Bereich der Sportfunktionstextilien (Hardboot-Carving, Motorradschutzkleidung) und 75 % im Bereich der Arbeitsschutzkleidung Anwendung finden.
Die im Rahmen der Projektbearbeitung im STFI gewonnen Erkenntnisse, insbesondere zur Implementie-rung verschiedener Additive in Beschichtungssysteme, können für die weitere Forschungstätigkeit zur Funktionalisierung von Textilien genutzt werden.

Stand: 01.11.2011
Projektdaten aktualisiert: 01.11.2010

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